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Qualität
Verschiedene Forschungsarbeiten und der langjährige Einsatz von lamellierten, keilgezinkten Fensterkanteln bestätigen deren hervorragende Eignung als Produkte für den Fensterbau.

Hochleistungsprofile für den Holzfenster- und Fassadenbau (2002 - 2005)

Derzeit liegt ein Forschungsschwerpunkt der Holzforschung Austria in der Entwicklung von Hochleistungsprofilen für den Holzfenster- und Fassadenbau. Im Rahmen des Kompetenzzentrums Holztechnologie wird die Eignung neuartiger Holzartenkombinationen für Fensterkantel erforscht. Es kommen dabei resistente Holzarten wie die Robinie, modifiziertes Holz (Thermoholz,...) oder auch Buche, Walnuss, und Birke zum Einsatz. Neben der Verklebungsgüte und dem Stehvermögen sind auch verschiedene Oberflächenbehandlungen Inhalt der Forschungsarbeit.

Verklebung von Oberflächen mit unterschiedlichen Oberflächenzuständen bzw. Vorbehandlungen (1999 - 2000)

Neben Fichtenholz werden in Österreich häufig Lärche, Oregon-Pine und Eiche zur Herstellung von Kanteln verwendet. Gemäß den Technischen Richtlinien des Vereins Austrokantel "Massive, keilgezinkte und lamellierte Profile für Holzfenster" wird für schwierig zu verleimenden Holzarten ein Eignungsnachweis verlangt.

In der Praxis wird bei der Herstellung von Kanteln aus schwierig zu verleimenden Holzarten und Kombinationen davon, meist durch Verlängerung der Presszeiten oder durch den Einsatz spezieller Klebstoffe eine hinreichende Verklebungsqualität erzielt. Es liegen zu diesem Thema jedoch nur wenig Informationen vor.

Speziell bei Eichenholz ergeben sich häufig Probleme bei der Verleimungsqualität, mit den üblichen PVAc-Klebesystemen ist keine dauerhafte Verleimung zu erreichen. Ziel der Projektarbeit der Holzforschung Austria war es daher mit PVAc-Klebstoffen Lösungen zur befriedigenden Verleimung bei unveränderter Technologie und üblicher Presszeit zu finden.
Verschiedene Lösungsansätze wurden in der Projektarbeit untersucht. Die Klebstoffe selbst wurden durch Zusatz von Harnstoffharz modifiziert, oder Härter- und Vernetzersysteme dem Leim zugegeben. Auch die Modifikation der Oberfläche durch mechanische und chemische Verfahren war Teil der Untersuchungen.

Für die dauerhafte Verklebung von Eichenholz wurde herausgefunden, dass dies mit PVAc-Klebstoffen und monomeren Isocyanatvernetzern erreicht werden kann. Die Zeitspanne zwischen Hobeln und Verleimen ist dabei von untergeordneter Bedeutung. Wesentlichen Einfluss nimmt die Holzfeuchte, welche unbedingt bei 13 ± 2 % gehalten werden muss, die Klebstoffauftragsmenge und der Pressdruck. Modifikation der Oberfläche brachten keine Verbesserungen.

Für die Verklebung von Eiche und Fichte wurde herausgearbeitet, dass dies mit PVAc-Klebstoff und Isocyanatvernetzern oder auch mit salzhärtenden Klebstoffen möglich ist.

Weitere Untersuchungen hinsichtlich der Optimierung der Klebstoffauftragsmenge sollten an diese Projektarbeit angeschlossen werden.

Keilgezinkte Fichten-Fensterkantel (1991 - 1994)

Die Holzforschung Austria und das ift Rosenheim führten gemeinsam das Forschungsprojekt "Keilgezinkte Fichten-Fensterkantel" durch. Ziel war es die Eignung von keilgezinkten Fichten-Fensterkanteln für den Fensterbau nachweisen.

In 3 Projektabschnitten (Bestandsaufnahme, Erforschung der Qualität, Freilandbewitterung) wurden die Einflussfaktoren Klebstoffart, Jahrringlage, Holzfeuchtedifferenz, Zinkenart und Oberflächenbeschichtung untersucht. Nach der Auswertung von insgesamt mehreren Millionen Einzeldaten, konnte die ausreichende Qualität der Keilzinkung an Vollholzquerschnitten und lamellierten, keilgezinkten Kanteln nachgewiesen werden.

Das Projekt zeigte, dass Klebstoffe (D4 gemäß ÖNORM EN 204) mit Temperaturbeständigkeit bis 80 °C den Anforderungen gewachsen sind. Bei unterschiedlichen Jahrringlagenkombinationen sind unbedingt gleiche Holzstrukturen zu verwenden, der Jahrringlage Halbrift ist wegen der geringen Rissbildung der Vorzug zu geben.

Am fertig oberflächenbeschichteten Fenster wurde festgestellt, dass sich Ausbesserungen durch Ausdübelungen, Fischchen oder Kitt wesentlich schlechter verhielten als die Keilzinkung. Die Wichtigkeit der Pflege für beschichtete Holzfenster wurde bestätigt.

Das vorliegende Forschungsprojekt bestätigte, dass "Keilgezinkte Fichten-Fensterkantel" bei Einhaltung der gültigen Verarbeitungsrichtlinien, für den Fensterbau bestens geeignet sind.

Lamellierte Holzfensterprofile (1986)

Mitte der 80er Jahre wurde der Einsatz von lamellierten Profilen im Fensterbau vom ift-Rosenheim in einer Projektarbeit untersucht.
Es wurde nachgewiesen, dass alle Holzarten, die sich für Vollholzquerschnitte eignen auch für lamellierte Querschnitte eingesetzt werden können. Die Querschnittsform der Rohkantel kann rechteckig gewählt oder der zukünftigen Fensterprofilform bereits angepasst werden. Hierdurch ergibt sich eine Materialeinsparung und ein geringerer Zerspanungsaufwand bei der weiteren Bearbeitung.
Aus den Ergebnissen des Forschungsprojektes wurde die "Richtlinie zur Lamellierung von Profilen für Holzfenster" erarbeitet.

Ansprechpartner
Holzforschung Austria, DI Thomas Anderl
Institut für Fenstertechnik e. V., DI (FH) Siegfried Lechner